Kevinitiv zurückgetreten

(JoS) Dies ist kevinitiv kein üblicher Bericht der Trollzeitung, die für ihre Seriosität bekannt ist. Dafür ist das Thema zu ernst. Aber nachdem Eure Zeitung Nummer Eins bereits über die KV-Gründung Heidenheim und Kevin Barth berichtet hat, muß ich doch noch was dazu schreiben.

Kevin wollte der Behauptung widersprechen, daß es in Deutschland noch 20% latente Antisemiten gibt. Das kann nicht sein, dachte er. Aber mit den Worten „der Jude an sich“ hat er sich self-geowned. Und zwar als Antisemit. Einer von diesen 20%.
Ich selber habe von dem Tweet und dem Blogpost zu dem Zeitpunkt noch gar nichts gewußt, aber nachdem das rauskam, habe ich mit Kevin an der Gründungsversammlung auch darüber gesprochen. Und für mich ist er kein Antisemit. Bewußt jedenfalls nicht. Aber unterbewußt.
Da ist eine unbegründete und unbegründbare unterbewußte Angst in uns allen (ich lehne mich weit aus dem Fenster) vor dem Neuen, vor dem Fremden, vor dem Andersartigen. Im Kleinhirn.
Seien es „die Juden“, „die Zigeuner“ (deren Völker auch unsägliches Leid durch die N*zis erdulden mußten), „die Schwarzen“, „die Muslime“,…
Wichtig ist meiner Meinung nach, daß das Bewußtsein, das Großhirn, dies erkennt. Dann kann es gegensteuern. Kevin hat jetzt erfahren, was passiert, wenn das Kleinhirn die Oberhand gewinnt. Dann kommt Müll raus.

An uns allen liegt es jetzt, dies diesen latenten Antisemiten, Rassisten – und ja, auch z.B. Sexisten, klarzumachen. Immer und immer wieder. Bei vielen helfen Argumente! Es gibt natürlich auch solche, bei denen alles zu spät ist. Aber meiner – persönlichen – Meinung nach sind das nur wenige.

Kevin weiß, daß er shice gelabert hat. Gut so! Der Kerl lernt das noch – vor allem, wenn wir ihm helfen.

Ich finde es richtig, daß Kevin zurückgetreten ist – da hat er mehr Anstand bewiesen als so manch Politiker *hust* Bundespräsident *hust*. Ich hätte auch einer „Amtsenthebung“ zugestimmt. Aber jetzt ein PAV zu fordern ist genau kontraproduktiv – so entsteht nur Hass. Im Kleinhirn.

Irgendwie fällt es mir schwer, mich richtig auszudrücken – ich hoffe, es kommt trotzdem richtig rüber, also mein Gestammel.
Und wenn mir wer schlüssig darlegen kann, daß ich falsch liege – her damit.

Über den Autor: Jochen Schmidberger, 43 Jahre, war in seiner Jugend auch anfällig für rassistische Tendenzen. Bis vor wenigen Jahren hatte er auch noch Kontakt zu Neo-N*zis – um aufzuklären. Inzwischen sieht er sich Gewaltandrohungen – bis zum Aufruf zum Mord – durch die Neo-N*zi-Szene ausgesetzt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s